Der Tag nach dem Wunder:

Coaching für ausübende Künstler und Instrumental-Pädagogen




Was ist Coaching?

Jeder Spitzensportler hat seinen persönlichen Coach. Warum nicht auch Spitzenkünstler und -lehrer – oder die, die es werden wollen?

Jeder gute Coach wird seinem "Schützling" dessen oft ungeahnte(!) Begabungen und Stärken nachweisen. Er wird ihn lehren, sich auf diese Fähigkeiten mit aller Kraft zu konzentrieren und ihr Potential freudig und mächtig auszuschöpfen! Gibt es doch einmal Rückschläge, wird der Klient wieder aufgerichtet und handfest an seine Talente (zurück-)geführt! Ein Coach zeigt dem Menschen, wie er sich auch in schweren, nervenaufreibenden Stituationen an seine Energie /sein Können erinnern kann und unendliche Kraft daraus schöpft! Er leitet an, Blockaden zu lösen (Lampenfieber!)und sich souverän zu behaupten. Ein erfahrener Coach kann auch die Rolle eines Beraters wie auch eines Trainers annehmen.

Ein Coach ist ein (oft externer) Einzelberater für die personenorientierte Arbeit mit Menschen im beruflichen Zusammenhang. Dabei wird nicht nur die Frage gestellt, wie die berufliche Rolle bewältigt wird. Die Bearbeitung der Themen muss ebenso die Psyche (Stärken, Fähigkeiten) der ganzen Person sowie deren Umfeld (Familie, Organisation, Team, Verein). mit einbeziehen und Wechselwirkungen von (hier wünschenswerten) Veränderungen in einen anderen Bereich mit einkalkulieren.

Coaching ist für handfest Schützenhilfe-suchende gedacht und keine Therapie!

Da der Coach hauptsächlich für den Prozess der Beratung verantwortlich ist und nicht als Fachberater auftritt, ist die Feldkompetenz nicht unbedingt wichtig. Allerdings habe ich als Coach für Musiker manchmal eine Zwischenrolle als Beraterin und/oder Trainerin, da ich selbst Musikerin war und einschlägige Kenntnisse im Mentalen Training und Übe- und Unterrichtstechnik habe. Und Lampenfieber war mir nur zu vertraut! (s. Langeheine, „Lampenfieber adé“, Frankfurt 2004)

Was macht ein Coach genau?

Zuhören

Als Zeichen des Aufnehmens und der Ermutigung im Gespräch dienen nonverbale (Blickkontakt, Kopfnicken, sich nach vorne lehnen) sowie paraverbale („mmh..“ „aha..“) Signale.

Das empathische Zuhören muss ein Coach beherrschen. Er sorgt für einen sicheren Rahmen, damit der Coachee sich öffnen kann. Der Coach macht sich frei von Vorannahmen, Hypothesen, und Urteile, damit Raum für die Welt des Coachees Platz hat. Empathische Zuhören kann auch bedeuten, dass der Coach die darunter liegende Gefühle erkennt und verbalisiert: „Du bist sehr verletzt, dass die Leiterin der Musikschule die Aufgabe der Orchesterleitung einer Kollegin zugeteilt hat.“

Eine wichtige Technik dabei ist Clean Language, d.h. so wenig Worte wie möglich und ohne Suggestionspotenzial zu benutzen. Es kann sein, dass ich als Coach nur noch „hmm...“, „was dann...?“ oder „und...?“ einsetze. Der Klient kommt in Schwung und wird nur noch ermuntert, bestimmte Gedankenrichtungen weiter zu verfolgen. Auch die Technik der Paraphrasierung wird eingesetzt, d.h. das Gesagte wird in eigenen Worten wiederholt. Gegebenfalls wird kurz nachgefragt. Diese Technik dient der Zusammenfassung, Faden halten und natürlich dem Verständnis.

Fragen

Fragen sind das wichtigste Werkzeug eines Coaches. Durch die Fragen „Was genau ist Ihr Problem?“, „Welche Ihrer Fähigkeiten wären hier besonders nützlich?“ oder „Was möchten Sie gern erreichen?“ führe ich den Klient in ganz verschiedene Richtungen bzw. geistig/emotionale Zustände.

Meta-Modell-Fragen:
Sprache ist voller ungeprüfter Generalisationen, es fehlt auch oft Informationen und anderes, was gesagt wird, ist schlichtweg nur Mutmaßung oder „dazu gedichtet“.
Der Coach fragt konsequent nach, um die vollständige Information hervorzulocken und auch das, was dahinter steckt, zu erschließen.
Es geht darum, dem Klienten dabei zu ermutigen, selbst seine lückenhaften Erinnerungen und Wahrnehmungen zu erfassen und zu sortieren.
K: „Auftreten fällt mir schwer.
C: „Wann genau, fällt Ihnen das Vorsingen schwer?“

K: „Etwas hat sich verändert.“
C: „Was ist dieses Etwas?“

K: „Es geht immer schief.“
C: „Wirklich immer? Gab es jemals eine Situation dieser Art, die nicht schief ging?“

Zirkuläres Fragen:
„Was würde Ihr Lehrer sagen, wenn ich sie fragen würde, ob Sie für diesen Beruf geeignet sind?“
„Wenn Sie wollten, dass Ihren Arbeitgeber sich statt Ihnen einen neuen Mitarbeiter sucht, wie könnten Sie das am ehesten schaffen?“ (! Provokation!)
„Stellen Sie sich vor, eine gute Fee käme und würde Ihnen Ihr Problem wegzaubern, was würden Sie dann morgen früh anders machen als sonst?“
„Wenn Sie so deprimiert sind, wie fühlt sich Ihren Partner?“
Nach dem Motto, „von hinten durch die Brust ins Auge“ werden diese Fragen überraschend eingesetzt. Der Coach fragt den einen Beteiligten über den anderen. Zirkuläres Fragen ist eine Methode, die es dem Coach erlaubt, Ideen über diejenigen Prozesse zu entwickeln, die dafür sorgen, dass ein System so funktioniert, wie es funktioniert.

Lösungsorientierte Fragen:
Steve de Shazer von dem Brief Family Therapy Center in Milwaukee geht davon aus, das eine Lösung nicht erfordert, das ganze Problem zu untersuchen. Damit vermeidet der Coach die Hypothesenbildung und fungiert mehr als „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Die Werkzeuge dieser Arbeit sind:

lösungsorientierte Fragen wie
„Wenn diese Sitzung hier heute gut läuft, und sich bezogen auf das, weshalb wir hier zusammen sitzen, eine Lösung ergibt, woran würden Sie das merken?“

Die Wunderfrage stellt eine Brücke zum zukünftigen Erfolg dar
„...Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute Nacht ins Bett, und es geschieht ein Wunder. Und dieses Wunder ist die Lösung Ihres Problems. Aber Sie können nicht wissen, dass dieses Wunder geschehen ist, da Sie ja schlafen. Woran werden Sie als erstes erkennen, dass das Wunder passiert ist?“

Skalenfrage
„Wo auf einer Skale zwischen 0 (Problem) und 10 (kein Problem) befinden Sie sich jetzt?“
„Was müssten Sie tun, um von 6 auf 7 zu kommen?“

Ausnahmefrage
Ein Klient kommt in die Sitzung mit einer Verallgemeinerung einer Problemsituation. Die Ausnahmefrage fragt gezielt nach Situationen, indem der Klient lösungskompetent und ressourcevoll war.
„Und wann in Ihrem Leben hat es schon mal Situationen gegeben, in denen das nicht so war?“
„Was haben Sie gemacht? Und wie?“

Verbesserungsfrage
„Was hat sich seit wir uns das letzte Mal gesehen haben verbessert?“
„Und wie haben Sie das gemacht?“

Prozessbegleitung

Meistens braucht der Coach die genaue Problemsituation nicht mal kennen, um den Klient zu einer Lösung zu begleiten. Der Coachee besitzt bereits alle Befähigungen zur Lösung der Probleme; es geht lediglich darum, ihn bei der „Suche“ nach seinen Fähigkeiten optimal zu unterstützen und zu begleiten. Denn der Coach ist „nur“ für den Prozess zuständig, also das WIE, WOMIT und WOHIN.


Veränderungsarbeit

Wenn ein Coach mit einem Klient arbeitet, ist letztlich alles, was er tut, Intervention, also Veränderungsarbeit. Die Art, wie der Coach Fragen stellt und das Interview führt, bestimmt das, worauf die Aufmerksamkeit des Klients fokussiert. Andere Interventionstechniken sind z.B. Gesprächsführungsmethoden (Nachfragen, Konkretisieren und Präzisieren, Empathisches Zuhören, Interpretieren, Konfrontieren, Provozieren), Einsatz von Metaphern oder passende Geschichten, Symbole wie Bilder, Skulpturen, „Glücksbringer“/Talismane einsetzen, Problem würdigen und positive Absicht hinterfragen, Problem in anderen Kontexten als positiv betrachten, Verhaltensbeobachtungen anregen, Verhaltensexperimente durchführen lassen, Werte und Überzeugungen ermitteln und ggf. verändern.

Aus verschiedener Therapierichtungen haben Coaches die Möglichkeit, Klienten bei einer verhältnismäßig schnelle Veränderungsarbeit zu helfen. NLP, Provokative Therapie, Gestalt, rational-emotiven Therapie, Transaktionsanalyse, Hypnose u.a. sind alle effektive Therapieformen, die funktionieren. Und es muss nicht Jahre dauern.

Fazit

Coaching beinhaltet eine begrenzte Anzahl von Sitzungen in hinreichenden Abständen. Deshalb werden zu Beginn jeder Sitzung konkrete Ziele vereinbart. In den Zeiten dazwischen findet oft der tatsächliche Veränderungsprozess statt.

Das Ziel des Coaches also ist es, sich entbehrlich zu machen!

Abschließend möchte ich Virginia Satir zitieren:
„Was ich heute bin, ist ein Hinweis auf das, was ich gelernt habe, aber nicht auf das, was mein Potenzial ist.“

In Menschen steckt viel mehr, als sie ahnen. Coaching ist eine Möglichkeit, Blockaden zu überwinden und Ziele zu erreichen.





 

POWER BRAIN  
Zentrum für Mentales Training & Kommunikation  
   
langeheine@powbrain.com