Visualisation

Visualisation bedeutet zwar sehen
bzw. etwas optisch darbieten,
Visualisation ist aber ein "Vorstellen im Kopf bzw. im Geiste".




Wir sind in der Lage, sogar mit geschlossenen Augen, Episoden aus unserem Leben noch einmal abzurufen und erneut zu betrachten. Diese Fähigkeit kann sehr positive Auswirkungen auf uns haben, wenn wir Situationen aus der Vergangenheit finden, die angenehme bis herrliche Gefühle in uns auslosen. Rufen wir schlechte Erinnerungen auf, passiert es meist, dass die entsprechenden Gefühle destruktiv wirken können. Diese Fähigkeit ist für uns so natürlich, so "normal" geworden, dass wir selten wenn überhaupt daran denken, diese "Abruferei" zu steuern! Was hält uns davon ab, ausschließlich oder zumindest überwiegend positive Erinnerungen abzurufen? "Egoistisch", "unecht", "Weissmalerei" oder Verdrängung sagen Sie? Das Problem, wenig oder ungenügendes Selbstbewusstsein zu haben, können wir mindern oder sogar losen, wenn wir uns mit unseren Starken, mit positiven Ereignissen aus der Vergangenheit und Fehler nicht als Niederlage sondern wichtige Rückkopplung für eine Verbesserung der Lebensqualität betrachten wurden. Ein Blick in eine gewöhnliche Tageszeitung bestätigt diese Tendenz, Negatives als hochinteressant und Positives als Material für die 2. Seite zu betrachten. Warum lechzen Gaffer bei Unfällen und Katastrophen nach optimalen "Sitzplätzen?" Unsere Beschäftigung mit Pannen und Unglück halt uns davon ab, das Optimale aus unserem Leben und für unsere Umwelt zu holen. Was hatten wir für Ressourcen, wenn wir nur unaufhörlich danach suchen wurden? UND das Beste in unseren Mitmenschen fand? Wie geht es Ihnen, wenn Sie an eine Situation zurückdenken, in der Sie eine gute Entscheidung getroffen haben? Sich geliebt fühlten? Herzlich gelacht haben? Leicht und motiviert gelernt haben? Unser Gehirn liegt leider brach. Wir sind nämlich nicht nur in der Lage, Situationen aus der Vergangenheit abzurufen, sondern auch noch optimale Vorstellungen für die Zukunft zu fabrizieren. Die häufige Beschäftigung mit positiven Erwartungen bahnt den Weg, diese Wünsche und Ziele zu erreichen. Diese Beschäftigung kann in Form von Bildern (ich sehe lebhaft vor mir, das was ich erreichen mochte), Klänge oder Worte (ich höre die Freudesschreie wenn ich mein Ziel erreiche), Gefühle (ich atme frei und bekomme ein Kribbeln im Kopf, wenn ich mein Ziel erreiche), Gerüche oder Geschmäcker (ich rieche die Meeresluft und schmecke das salzige Wasser, wenn ich endlich mein Traumurlaub genieße), oder inneren Dialog ( "Hurra, ich habe es geschafft!"). Am Besten, alle diese Möglichkeiten! Je starker die Vorstellung, desto genauer steuert das Gehirn zum Ziel. Ware es nicht unklug, anders zu handeln?!
Übung:

Welche Eigenschaft möchten Sie entwickeln oder ausbauen oder zur Verfügung haben, wenn es darauf ankommt? Setzen Sie sich dann ruhig hin. Nehmen Sie etwas Zeit, um zur Ruhe zu kommen.....Atmen Sie ganz langsam aus dem Mund aus......
Welche Person besitzt diese Qualität, die Sie zur Verfügung haben wollen, wenn es für Sie darauf ankommt? Geben Sie gut Acht, welche Person Ihnen als Erstes in den Sinn kommt...... Was macht diese Person? Wie bewegt sie sich? Wie spricht sie? Lassen Sie das innere Bild von dieser Person ganz deutlich werden.......Achten Sie auf die Leichtigkeit, die innere Stärke, die Selbstverständlichkeit, die diese Person ausstrahlt.....Konzentrieren Sie sich auf das Ihnen wichtigste Element... So sehr, dass sie den Eindruck haben, Sie sind diese Person....Versetzen Sie sich nun in diese Person hinein.....Tun, verhalten, sprechen Sie genau wie Ihr Vorbild....Wie fühlt es sich an?....Nehmen Sie diese Gefühle mit ins Hier-und-Jetzt zurück.....
Was müssten Sie in Ihrem persönlichen Verhalten nun anders machen? Welche andere Einstellung sollten Sie zu sich und Ihrem Auftreten haben? Jetzt wissen Sie, wie Sie Ihr Training bzw. Üben vervollständigen können. Tun Sie es!


Visualisierung der exzellenten Leistung (Vergangenheit)
Nun dürfen Sie sich mit einem Aspekt der erwünschten Leistung beschäftigen, den Sie schon in der Vergangenheit einmal perfekt beherrscht haben! Die Situation ist völlig egal. Suchen Sie eine Situation aus Ihrem Leben, in der Sie diese angestrebte Eigenschaft hatten.

Bei dieser Visualisierung können Sie Ihre eigene Leistung von verschiedenen Seiten betrachten. Welcher Aspekt Ihres damaligen Verhaltens war verantwortlich für Ihren Erfolg? Sie sehen sich dort hantieren.

Nun versetzen Sie sich in die eigene Person. Konzentrieren Sie sich darauf, wie Sie sich fühlen. Bringen Sie die positiven Gefühle mit ins Hier-und-Jetzt.


Visualisierung der idealen Leistung (Zukunft)

Bei dieser Visualisierung wird Ihre kreative Seite herausgefordert! Entspannen Sie sich. Durch die Entspannung wird es leichter, innere Filme zu "drehen". Sehen Sie sich zu, wie Sie alles machen, wie Sie sich wünschen. Alles läuft. Absolut perfekt. Sie können auch hier Ihre eigene (Zukunfts-) Leistung von verschiedenen Seiten betrachten. Welcher Aspekt Ihres Verhaltens ist nun verantwortlich für Ihren Erfolg? Sie sehen sich dort gänzlich erfolgreich und zufrieden.

Nun versetzen Sie sich in die eigene Person. Konzentrieren Sie sich darauf, wie Sie sich fühlen. Genießen Sie dieses schöne Gefühl. Bringen Sie die positiven Gefühle mit ins Hier-und-Jetzt. Diese Übung ist nicht nur (immer) äußerst bekömmlich für unser Wohlbefinden, sondern (oft) lernen wir auch noch daran.


Anker setzen

Wäre es nicht großartig, eine Möglichkeit der Stärke oder Souveränität zu haben, die sozusagen auf Knopfdruck parat stünde, wenn Sie in Not sind?!

Ich fühle mich ängstlich/unsicher/unfähig --- Knopfdruck: Ich fühle mich groß/stark/erfolgreich. Wäre das nicht verlockend?

Kann es gar nicht geben? Und ob!
Wäre es möglich, so etwas auf Kommando erleben zu können? Gereizt, übellaunig und mürrisch in dem einen Moment, und schwebend, glücklich und jubelnd eine Sekunde später, obwohl tatsächlich nichts vorgefallen war?


Das Rezept hätte ich früher zu gerne gehabt!

NLP benutzt eine, im Grunde alte, Technik: Ein wunderschönes Gefühl, welches ich nicht jederzeit von selbst haben kann, wird mit etwas anderem, was ich jederzeit bereitstellen kann, verknüpft. Somit kann ich es auf Kommando "herbeibefehlen" bzw. wie es in der Fachsprache heißt: "abrufen".

Sie kennen die Geschichte von Pawlow, der jedes Mal eine Glocke ertönen ließ, wenn sein Hund Essen vorgesetzt bekam und dadurch vermehrt Speichelbildung hatte. Bald genügte den bloßen Klang der Glocke um genau die gleiche Speichelbildung zu "stimulieren".

Pawlows sabbernde Viecher und mein Geruchssinn zeigen das Prinzip der "Konditionierung": Etwas, das ich empfinden möchte (Glücksgefühl bei mir, Vorfreude auf Futter bei dem Köter) wird von einer völlig unverwandten Haltung oder Handlung (z.B. Duft oder Glöcken-Bimmeln) hervorgerufen. Man "koppelt" zwei verschiedene Dinge aneinander, das eine ersehnt, daß anderer kontrollierbar. Weil ich den Auslöser selbst bestimmen kann (die Glocke) , habe ich plötzlich wieder Kontrolle über die Stimmung!

Dadurch kann ich das großartige Gefühle herbei befehlen, wenn ich diese mit ihr verkoppelte Haltung annehme oder die Handlung ausführe. (Einer meiner Lehrer hatte die Geschichte erzählt, daß Pawlows StudentInnen das gleiche Prinzip zum Scherz mit ihm benutzt hatten: Sie konditionierten ihn, natürlich ohne sein Wissen. Aber selbst der erfahrene Wissenschaftler fiel darauf rein - Während der Vorlesungen zeigten die StudentInnen jedes Mal, wenn Pawlow auf der rechten Seite des Raums war, großes Interesse und Engagement. Schritt der Meister zur linken Seite des Raumes, mimten sie gähnende Langeweile und Desinteresse. Was geschah? Es dauerte nicht lange und selbst der große Pawlow hielt sich nur noch im rechtesten Winkel des Raumes auf! Er war einfach perfekt konditioniert!
(Ich kann die Geschichte zwar nicht belegen aber die Technik wird oft in NLP-Kursen für Lehrer geübt!)



 

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